Zu positiv? Dann lies lieber schnell, was Anna zum Abstieg ihrer Eintracht zu schreiben hat:

So eine fußballgottverdammte Scheiße - vom Abstieg einer Eintracht

Abstiegsgedanken: Ein frisches Blatt Papier

Gut, die Überschrift täuscht ein wenig. Ich glaube schon, dass ein Wiederaufbau des HSV in der ersten Liga deutlich einfacher gewesen wäre, als jetzt erstmalig in der zweiten Etage an den Start gehen zu müssen. Aber der Reihe nach …

Samstag, 16:39 Uhr, Volksparkstadion. Die Mannschaft auf dem Platz kämpft gegen eine Gladbacher Mannschaft, die sich bereits mental in die Sommerpause verabschiedet hat. Trotzdem steht es nur 1:1. Keiner von den Spielern dort unten weiß, dass in diesem Moment das 2:1 in Wolfsburg gefallen ist. Und trotzdem müssen sie es spüren, denn nicht nur um mich herum wird es leise.

Der Rest wurde hinreichend oft beschrieben, und doch war dieser Samstag im Stadion komplett anders, als ich ihn erwartet hatte. Dass Köln noch was reißen würde, erschien selbst den größten Optimisten als unwahrscheinlich. Und trotzdem rechnete ich damit, dass es mich im Moment des feststehenden Abstiegs treffen würde. Tief in die Magengrube. Dass auch ich ob des Abstiegs nach 55 Jahren Bundesliga die Schwere des Moments spüren würde.

Stattdessen: Ein Gefühl der Erleichterung. Und wie ich schon auf Twitter schrieb: Zum ersten Mal seit Monaten hab ich mich im Stadion wieder richtig gefühlt. Da war wieder das Mitfiebern, das Freuen, das Ärgern. Emotionen, eine Verbundenheit zu dem Team auf dem Platz, und zu den Tausenden, die die kleinen Zündelkinder ordentlich eingenordet haben. Das „Holt sie raus!“ war schon eine deutliche Nachricht, auch wenn glücklicherweise niemand tatsächlich zum Blocksturm blies.

Es war das Ende eines Kapitels, ja. Aber ein Kapitel, das am Ende nur noch eine Last war, die nicht nur auf den Schultern der Spieler lastete. Die unsägliche Uhr, das „Unabsteigbar“-Gerede, das ewige Rumdümpeln am unteren Tabellenende, das monotone, langweilige Gebashe … Alles vorbei.

Sicherlich, für den Verein ist der Abstieg jetzt nicht gerade ein Glücksfall. Es werden sicherlich Einschnitte kommen, nicht mal zwingend im Team, aber vor allem drumherum. Und eine Veränderung in der Bundesliga wäre auch mit Sicherheit einfacher, aber hätte, wäre, wenn.

Für mich fühlt es sich so an: Die Geschichte vom HSV, dem Gründungsmitglied der Bundesliga, dem ewigen Erstligisten, diese Geschichte ist zu Ende geschrieben. Und wir fangen jetzt eine neue Geschichte an. In einem neuen Buch. Auf einem blütenweißen Blatt. Und das ist am Ende etwas unglaublich Schönes …

#nurderHSV

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